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Frankreichs EPR-Gebühren für Ultra-Fast-Fashion, der Durabilitäts-Score und die Online-Pflicht zum Herstellungsort

Zuletzt geprüft8. Oktober 2026
KeeperOffen — Keeper gesucht
StatusIn Kraft seit 1. September 2026

Die Kurzfassung

Frankreich hat einen Durabilitätstest in die Textil-EPR eingebaut. Das Gesetz Nr. 2026-602 vom 8. Juli 2026 schrieb die mode ultra-express — Ultra-Fast-Fashion — in den Umweltkodex, und ein arrêté vom 24. August 2026 schrieb ab dem 1. September 2026 eine Stück-Pénalité in die cahiers des charges der Filière TLC. Liegt der Durabilitäts-Score D eines Produkts bei 0,8 oder darunter, nennt die Tabelle 9 Euro für eine Jeans in 2026 und 2027, ab 2030 17,25 Euro, sowie 12 Euro für Mantel oder Jacke, ab 2030 19,50 Euro. Die gesetzlichen Spannen liegen darüber (25 Cent bis 12 Euro in 2026, 2 Euro bis 20 Euro ab 2030), und die Belastung ist auf 50 % des Nettopreises gedeckelt. Online-Händler erfasster Textilien müssen die Herstellungsorte neben dem Preis angeben, in derselben Schriftgröße. Ab dem 1. Januar 2027 darf weder für die Produkte noch für die Marken geworben werden — Influencer eingeschlossen —, sonst droht eine Verwaltungsgeldbuße von 100.000 Euro. Die EU-Frist für die Textil-EPR, der 17. April 2028, ist etwas anderes und liegt später.

Zwei Rechtsakte und ein Datum, das schon vorbei ist

Drei Daten tragen hier fast das ganze Gewicht, und sie sind leicht zu verwechseln. Das Gesetz: LOI n° 2026-602 vom 8. Juli 2026, „visant à réduire l'impact environnemental de l'industrie textile“. Der Zeitplan des Ministeriums nennt die Verkündung am 8. Juli 2026 und die Veröffentlichung im Journal officiel am 9. Juli 2026; die DILA-Darstellung auf service-public datiert die Veröffentlichung auf den 8. Juli. Der Ausführungserlass: ein arrêté vom 24. August 2026, der den arrêté vom 23. November 2022 ändert — die cahiers des charges der TLC-Öko-Organismen, also der Filière für Bekleidungstextilien, Haushaltswäsche und Schuhe —, dazu die Methodennotiz des Ministeriums, veröffentlicht am 28. August 2026. Und das Datum, das schon vorbei ist: die Pénalité gilt ab dem 1. September 2026.

Es ist dasselbe Gesetz, das der Frankreich-Desk bereits zitiert. Das Gesetz Nr. 2026-602 ist auch das Vehikel für die mandataire-Pflicht in Art. L. 541-10-9-1, die der Desk abdeckt, weil sie jeden nicht in Frankreich niedergelassenen Hersteller trifft. Diese Seite deckt die Textil-Hälfte desselben Gesetzes ab. Der Desk hat beides und verlinkt hierher: Frankreich — Verpackungs-EPR.
Was das Gesetz mit dem Öko-Beitrag gemacht hat
Artikel 5 des Gesetzes ändert Art. L. 541-10-27 des Code de l'environnement, also die Vorschrift, die den Öko-Beitrag selbst regelt — das Geld, das ein Hersteller in einer EPR-Filière an den zugelassenen Öko-Organismus zahlt. Für neue Textilprodukte wird dieser Beitrag nun nach der Zahl der auf den Markt gebrachten Referenzen und dem Reparaturanreiz moduliert.
Was der Erlass gemacht hat
Er hat in Anhang I der cahiers des charges TLC von 2022 einen Unterabsatz 2.2.3.1 eingefügt: Ab dem 1. September 2026 werden die Finanzbeiträge der Hersteller an den Öko-Organismus durch eine Pénalité moduliert, die an industrielle und kommerzielle Praktiken anknüpft, je Produktart, mit den Beträgen in einer Tabelle.
Was noch fehlt
Beide Schwellen. Die Zahl neuer Referenzen, ab der Praktiken nach der Definition im Code de l'environnement als „mode ultra-express“ gelten, und was als geringer Reparaturanreiz zählt, sollen per décret festgelegt werden. service-public schreibt ausdrücklich, dass Ausführungserlasse erwartet werden, und das Ministerium wiederholt, dass die Kriterien zur Identifikation der betroffenen Unternehmen noch einen Ausführungstext brauchen.
Was wir gelesen haben — und was nicht
Vollständig gelesen: die Methodennotiz des Ministeriums (PDF, veröffentlicht am 28. August 2026), der Entwurf des arrêté aus der öffentlichen Konsultation vom 8. Juli 2026, die Seite des Ministeriums zum Gesetz, der DILA-Beitrag auf service-public und die Darstellung des ADEME-REP-Portals vom 15. September 2026. Nicht öffnen konnten wir Légifrance — auch die Fassung des arrêté im Journal officiel nicht. Die Stück-Tabelle unten ist daher der Konsultationstext, der mit der Zusammenfassung des Ministeriums und den Presseberichten über den erlassenen Text übereinstimmt.

Was „mode ultra-express“ ist

Das Gesetz verbietet Ultra-Fast-Fashion nicht. Es definiert sie und knüpft Folgen daran. Die Definition erfasst die industriellen und kommerziellen Praktiken von Textilherstellern und Betreibern von Online-Schnittstellen, wenn diese Praktiken die Nutzungsdauer oder die Lebensdauer der Produkte verkürzen. Zwei Kriterien müssen kumulativ erfüllt sein:

Kriterium eins
Das Inverkehrbringen einer hohen Zahl von Referenzen neuer Produkte.
Kriterium zwei
Ein geringer Anreiz, diese Produkte zu reparieren.

Erfasst sind Bekleidungstextilien, Schuhe, neue Haushaltswäsche für Privatpersonen und neue Textilprodukte für den Haushalt. Der Verkauf von Gebrauchtware fällt nicht darunter. Achte darauf, was in der Definition nicht steht: Umsatz, Beschäftigtenzahl oder Niederlassungsort.

Die Tabelle des Erlasses ist enger als die Definition des Gesetzes. Die ADEME-Darstellung auf dem REP-Portal der Regierung sagt, die Pénalité erfasse Haushaltswäsche und Schuhe nicht — der Konsultationstext des arrêté führt „Chaussures“ aber als eigene Kategorie mit einer Zeile von 0,50 Euro. Wir konnten den erlassenen Text nicht lesen und sagen deshalb nicht, welche der beiden Fassungen gilt. Verkaufst du Schuhe nach Frankreich, behandle das als offene Frage und kläre sie mit dem Öko-Organismus.

Der Durabilitäts-Score D und die 0,8-Grenze

Die Pénalité trifft eine Marke nicht automatisch. Sie gilt für ein Produkt, dessen Score D bei 0,8 oder darunter liegt — im arrêté steht „inférieur ou égal à 0,8“, die ADEME-Zusammenfassung formuliert es als Durabilitätskoeffizient unter 0,8. D entsteht aus zwei Indizes, je zu 50 % gewichtet:

G — Breite der Kollektion
Die maximale Zahl von Referenzen neuer Produkte (auch wiederaufbereiteter), die die Marke im betreffenden Marktsegment anbietet. Gezählt werden fünf Segmente: Damen, Herren, Kinder, Baby, Unterwäsche. Referenzkanal ist die eigene Website der Marke; gibt es keinen eigenen Onlineverkauf, wird ein Hauptkanal gewählt. G erreicht 100 % unter 1.000 Referenzen je Segment, 50 % bei 7.000, 0 % über 16.000, dazwischen linear.
Der Standardwert, der dich ohne IDU erwischt
Wird eine Marke überwiegend über eine Online-Plattform vertrieben, wird ihre Kollektionsbreite auf einen Standardwert von 100.000 Referenzen je Segment festgesetzt. Derselbe Standardwert gilt für eine Marke auf einer Multimarken-Seite, die keine eigene identifiant unique hat. Anders gesagt: keine IDU, und der Kollektionsindex ist der schlechteste, den die Methode kennt.
R — Reparaturanreiz
Zwei Komponenten. R1 ist das Verhältnis zwischen durchschnittlichen Reparaturkosten und einem Referenzverkaufspreis — dieser Preis ist der Bruttopreis, ohne Rabatte und Sonderangebote. R1 erreicht 100 %, wenn die Reparatur weniger als 33 % des Neupreises kostet, 0 % oberhalb von 100 %, dazwischen linear; der Wert ist produktspezifisch. R2 betrifft den eigenen Reparaturservice: 100 %, wenn die Marke mindestens einen eigenen, vom TLC-Öko-Organismus gelabelten Reparaturservice anbietet, sonst 0 %.
Wo kleine Marken eine mildere Formel bekommen
Handelt es sich bei der Marke um ein KMU oder Kleinstunternehmen (unter 250 Beschäftigte und entweder höchstens 50 Mio. Euro Umsatz oder höchstens 43 Mio. Euro Bilanzsumme), ist R einfach R1. Nur bei größeren Marken wird 0,66 × R1 + 0,33 × R2 gerechnet. Das ist die einzige Stelle der Methode, an der Kleinheit ein Vorteil ist: Du wirst nicht danach bewertet, ob du einen gelabelten Reparaturservice betreibst.

Die Formel im Text lautet D = 0,67 + (1,45 − 0,67) × (0,5 × G + 0,5 × R), D läuft also von 0,67 bis 1,45. Wer das nachrechnet, sieht die praktische Gestalt der Pénalité: Weil 0,8 nur 0,13 über dem Boden liegt, braucht die Pénalité G + R bei höchstens einem Drittel — also eine sehr breite Kollektion und schlechte Reparaturökonomie. Und die Umkehrung ist ebenso nützlich: Bei G = 100 %, wo jede Marke mit weniger als 1.000 Referenzen je Segment sitzt, kann D den Wert 0,8 nicht erreichen, egal wie der Reparaturwert aussieht.

Die Methodennotiz legt außerdem die durchschnittlichen Reparaturpreise für R1 fest — daran sieht man, welche Kategorien leicht zu bestehen sind:

ProduktkategorieAngesetzter durchschnittlicher Reparaturpreis
Hemd / T-Shirt10 Euro
Pullover / Pulli15 Euro
Jacke31 Euro
Hosen14 Euro
Rock19 Euro
Unterwäsche, Schuhe, Accessoires9 Euro

Liest man das gegen die R1-Regel, entscheidet eine 9-Euro-Reparatur in einer Kategorie mit 10 Euro durchschnittlichem Reparaturpreis zwischen 100 % und 0 % — die Schwelle liegt bei 33 % des Neupreises.

Die Stück-Pénalité, Kategorie für Kategorie

Der arrêté schreibt die Beträge direkt in die cahiers des charges TLC, je Produktart, mit einer Spalte für 2026 und 2027 und danach einer Stufe pro Jahr:

Produktart2026 & 202720282029Ab 2030
Boxer / Slip0,50 Euro1 Euro1,50 Euro2,00 Euro
Caleçon (lange Unterhose)0,50 Euro1 Euro1,50 Euro2,00 Euro
Schuhe0,50 Euro1,00 Euro1,50 Euro2,00 Euro
Hemd6 Euro6,75 Euro7,50 Euro8,25 Euro
Jeans9 Euro11,75 Euro14,50 Euro17,25 Euro
Rock3 Euro3,50 Euro4,00 Euro4,50 Euro
Kleid7 Euro7,75 Euro8,50 Euro9,25 Euro
Badeanzug / Bikini3 Euro3,50 Euro4,00 Euro4,50 Euro
Mantel / Jacke12 Euro14,50 Euro17,00 Euro19,50 Euro
Hose7 Euro7,75 Euro8,50 Euro9,25 Euro
Pullover / Pulli6 Euro6,75 Euro7,50 Euro8,25 Euro
T-Shirt / Polo2 Euro2,50 Euro3,00 Euro3,50 Euro

Über dieser Tabelle steht eine gesetzliche Spanne im Gesetz selbst. Liest man die wirtschaftsrechtliche Analyse des Art. L. 541-10-27, liegt die Pénalité je Produkt bei 25 Cent bis 12 Euro in 2026, 50 Cent bis 14 Euro in 2027, 75 Cent bis 16 Euro in 2028, 1 Euro bis 18 Euro in 2029 und 2 Euro bis 20 Euro ab 2030. Die Zusammenfassung von service-public beschreibt dieselbe Gestalt: „25 Cent bis 12 Euro in 2026 bis 2,20 Euro und 20 Euro in 2030“. Die Beträge des Erlasses liegen damit innerhalb der Obergrenze und an einzelnen Stellen unter dem Boden, den die Tabelle erreichen könnte.

Es ist keine Geldbuße an den Staat
Die Pénalité wird auf den Finanzbeitrag angerechnet (à valoir sur), den der Hersteller an den zugelassenen Öko-Organismus zahlt. Sie ist ein Aufschlag innerhalb der EPR-Skala, keine eigene Sanktion — deshalb läuft sie über deine Meldung und nicht über einen Prüfer.
Die 50-%-Deckelung
Die Öko-Organismen müssen Prämie oder Pénalité auf 50 % des Nettopreises des Produkts begrenzen; service-public sagt dasselbe für die Pénalités — ungeachtet der Beträge in der gesetzlichen Spanne. Wegen dieser Deckelung kann eine 9-Euro-Pénalité auf eine sehr günstige Jeans nicht einfach auf den Preis aufgeschlagen werden.
Keine Umweltprämie
Ein Produkt mit Pénalité kann die Prämien für Umweltleistung nach Art. L. 541-10-3 nicht erhalten. Für ein Produkt mit schlechtem Durabilitätswert sind das die zweiten Kosten: Du verlierst die Prämie, die du sonst für die gut bewerteten Produkte deiner Kollektion bekommen hättest.
Die Vergleichsskala
ADEME beziffert den durchschnittlichen Öko-Beitrag der Filière TLC auf 4 Cent im Jahr 2024, mit Produkten zwischen etwa 2 und 20 Cent. Dagegen ist eine Pénalité von 9 Euro auf eine Jeans rund zwei Größenordnungen — genau so ist es gedacht.

Die Online-Pflicht zum Herstellungsort und das Verbot ab 2027

Zwei Pflichten treffen den Shop und nicht den Beitrag, und beide sind für einen kleinen Händler wichtiger als die Pénalité.

Herstellungsorte, neben dem Preis. Betreiber von Online-Schnittstellen, die erfasste Produkte der mode ultra-express verkaufen oder liefern, müssen die Herstellungsorte der online verkauften Produkte anzeigen. Die Information muss dem Verbraucher klar und lesbar auf der digitalen Plattform, in Zeichen derselben Größe wie die Preisangabe und in deren Nähe zur Kenntnis gebracht werden. Dieselbe Vorschrift verlangt weitere Botschaften: für Maßhalten, Wiederverwendung, Reparatur und Recycling der Produkte zu werben; über die soziale Wirkung des Produkts zu informieren; über seine Wirkung auf Umwelt und menschliche Gesundheit aufzuklären; und über die Umweltwirkung des angebotenen Lieferservices zu informieren. Das Ministerium beschreibt dasselbe Paket als Pflicht zu Rückverfolgbarkeit und Anzeige der Herstellungsorte.

Lies die Schriftgrößenregel wörtlich. Es heißt nicht „irgendwo auf der Produktseite gut sichtbar“, sondern in derselben Größe wie der Preis, neben dem Preis. Das ist eine Layout-Anforderung an dein Produkttemplate, und solche Dinge sind einmal billiger zu reparieren als zweimal.

Werbung und Bewerbung, ab 1. Januar 2027. Ab diesem Datum ist es verboten, für Produkte der mode ultra-express zu werben oder sie mittelbar oder unmittelbar zu bewerben; dasselbe Verbot trifft die Marken, die sie herstellen. Ebenfalls verboten ist die Verwendung des Wortes „gratuit“ in einer Marketingaktion. Influencer dürfen diese Produkte nicht mehr bewerben, ob unentgeltlich oder bezahlt. Das Beispiel der Regierung für mittelbare Bewerbung umfasst Event-Sponsoring, Product Placement in Filmen oder Serien und positive Besprechungen in Medien. Sanktion ist eine Verwaltungsgeldbuße von 100.000 Euro.

Und ein weiterer Punkt aus demselben Gesetz, leicht zu übersehen, weil er steuerlich und nicht umweltrechtlich ist: Er beendet die Steuervergünstigung für Mäzenatentum (mécénat) bei der Spende unverkaufter Ware, indem er Artikel 238 bis des Code général des impôts ändert.

Erreicht das einen Ein-Personen-Betrieb?

Klare Antwort: Die Pénalité wahrscheinlich nicht, die Anzeige- und Werbepflichten schon. Um diese Asymmetrie sollte man planen.

Die Pénalité zielt auf Kollektionsbreite, nicht auf Größe
In den Texten, die wir gelesen haben, steht keine Bagatellgrenze. Was einen kleinen Händler schützt, ist Arithmetik: Unter 1.000 Referenzen je Marktsegment liegt der Kollektionsindex bei 100 %, und dann kann D die 0,8-Grenze nicht erreichen, so schlecht der Reparaturwert auch ist. Der Haken: Das setzt eine eigene IDU voraus — die Notiz setzt eine Marke ohne identifiant unique auf den Standardwert von 100.000 Referenzen, also auf den schlechtesten möglichen Kollektionswert.
KMU und Kleinstunternehmen sind in der Methode berücksichtigt
Unterhalb der KMU-Schwellen ist R = R1. Ein fehlender, vom Öko-Organismus gelabelter Reparaturservice wird nicht gegen dich gerechnet, und die durchschnittlichen Reparaturpreise der Notiz sind die einzige Eingangsgröße auf dieser Seite.
Die Anzeigepflicht kennt keine Größenstaffel
Bist du Betreiber einer Online-Schnittstelle, die erfasste Produkte verkauft oder liefert, gilt die Pflicht zur Anzeige des Herstellungsorts und der begleitenden Botschaften so, wie sie geschrieben ist. Nichts in den uns zugänglichen Zusammenfassungen staffelt das nach Umsatz.
Das Werbeverbot ist ab 2027 absolut
Es ist ein Verbot, keine Gebühr. Fällt ein Produkt oder eine Marke nach Erlass der décrets unter die Definition, gibt es keine Werbung und keine Bewerbung mehr — auch nicht durch einen Influencer, dem du ein Paket schickst.
Wer entscheidet in der Praxis
Die ADEME-Darstellung sagt ausdrücklich, dass die praktische Anwendung noch festgelegt werden muss, insbesondere durch Refashion, den zugelassenen TLC-Öko-Organismus: Er wird seine Skala anpassen und festlegen, wie die betroffenen Unternehmen identifiziert werden. Solange das nicht veröffentlicht ist, kann kein kleiner Händler allein aus den Texten sagen, ob er 0,8 oder darunter erreicht.

Was EU-Recht ist und was französisch

Das sind zwei Ebenen, und wer sie vermischt, bekommt die falsche Frist. Richtlinie (EU) 2025/1892 vom 10. September 2025, die die Abfallrahmenrichtlinie 2008/98/EG ändert, ist die EU-Ebene:

Die EU-Frist
Art. 22c Abs. 14: Die Mitgliedstaaten müssen sicherstellen, dass die Systeme der erweiterten Herstellerverantwortung für Textil-, textilnahe und Schuhprodukte bis zum 17. April 2028 eingerichtet sind.
Die EU-Erlaubnis zur Modulation
Art. 22c Abs. 6: Wo es angebracht ist, Ultra-Fast- und Fast-Fashion-Praktiken zu adressieren, können die Mitgliedstaaten verlangen, dass Herstellerverantwortungsorganisationen den Finanzbeitrag nach den Praktiken der Hersteller modulieren — der rechtliche Haken, den Frankreich national und vor der Frist nutzt.
Der EU-Erwägungsgrund zu denselben Praktiken
Erwägungsgrund 40 erkennt an, dass industrielle und kommerzielle Praktiken wie Ultra-Fast- und Fast-Fashion „die Nutzungsdauer des Produkts und die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Abfall wird“ beeinflussen, und dass sie oft auf Marktsegmentierung beruhen.
Was rein französisch ist
Alles auf dieser Seite mit einem Eurobetrag, einem Durabilitäts-Score, einer Schriftgrößenregel, einem Werbeverbot oder einer Geldbuße von 100.000 Euro. Die Richtlinie setzt einen Boden und eine Frist; Betragsskala, 0,8-Grenze und das Verbot ab dem 1. Januar 2027 sind nationales französisches Recht, und sie treffen dich auf dem französischen Markt unabhängig davon, wo du niedergelassen bist.

Was wir nicht lesen konnten, und was offen ist

Wir listen unsere Lücken lieber auf, als sie durch Vermutungen zu füllen.

Der erlassene arrêté im Journal officiel
Nicht gelesen. Légifrance hat uns abgewiesen. Die Tabelle oben stammt aus dem Konsultationstext vom 8. Juli 2026; die Notiz des Ministeriums nennt den arrêté du 24 août 2026, und die französische Fach- und Wirtschaftspresse zum erlassenen Text nennt dieselben Stückbeträge. Deshalb veröffentlichen wir sie mit dieser Kennzeichnung und nicht als Zitat aus dem Journal officiel.
Schuhe und Haushaltswäsche
ADEME sagt, die Pénalité erfasse Haushaltswäsche und Schuhe nicht; die Konsultationstabelle führt Schuhe mit 0,50 Euro. Eines von beidem muss weichen, und wir können noch nicht sagen, welches.
Zwei kleine Zahlenabweichungen
service-public nennt die Spanne für 2030 als „2,20 Euro bis 20 Euro“, während die wirtschaftsrechtliche Lesung und die Tabelle des Erlasses bei 2,00 Euro beginnen; und service-public verortet den Beginn der Beträge in 2026, während ADEME schreibt, „in 2027 kann die Pénalité je Stück 0,50 bis 12 Euro betragen“. Wir haben beide Fassungen stehen gelassen, statt zu wählen.
Die beiden Schwellen
Die Zahl neuer Referenzen und der geringe Reparaturanreiz, die Ultra-Fast-Fashion im Sinne des Gesetzes definieren, sind noch per décret festzulegen. Bis dahin ist die Definition echt, aber für einen Händler nicht vollständig messbar.
Der Weg der Identifikation
Refashion muss seine Skala anpassen und festlegen, wie betroffene Unternehmen identifiziert werden. Nichts in den gelesenen Texten sagt einem Händler, wie er Kollektionsbreite oder Reparaturangebot nachweisen soll.
Frankreichs EU-Notifizierung
Wir haben die Aussage gesehen, Frankreichs Notifizierung des Erlassentwurfs verweise auf Erwägungsgrund 40 der Abfallrahmenrichtlinie. Wir konnten die Notifizierung nicht öffnen, zitieren deshalb den Erwägungsgrund direkt und lassen die Aussage über die Notifizierung weg.

Bekannte Fallen

„Das ist ein Shein-Problem“

Die Beträge von 9 und 12 Euro zielen auf Marken mit hohen Stückzahlen, aber die Mechanismen, die einen kleinen Händler treffen, sind die Anzeigepflicht und das Werbeverbot, nicht die Pénalité. Und der Kollektionsindex belohnt schmale Kollektionen — ein struktureller Vorteil, den niemand unter 1.000 Referenzen je Segment versehentlich verlieren sollte.

Verkauf über einen Marktplatz ohne eigene IDU

Die Methodennotiz setzt eine Marke ohne identifiant unique auf einen Standardwert von 100.000 Referenzen je Segment. Das ist der schlechteste Kollektionswert der Methode — vergeben wegen eines Verwaltungsversäumnisses, nicht wegen dessen, was du verkauft hast.

Die 9 Euro als Geldbuße zu lesen, mit einer 12-Euro-Jeans im Kopf

Die Öko-Organismen müssen Prämie oder Pénalité auf 50 % des Nettopreises begrenzen. Bei günstiger Ware bestimmt diese Deckelung die Rechnung, nicht die Kategorie — und deshalb kann „9 Euro auf eine 12-Euro-Jeans“ nie die ganze Geschichte sein.

Annehmen, die bestehende Durabilitätsanzeige reiche aus

Die Umweltanzeige für Kleidung ist seit dem décret und arrêté vom 1. Oktober 2025 freiwillig, und die neue Pénalité übernimmt Teile ihrer Berechnungslogik. Übernommene Logik ist keine übernommene Pflicht: Die Pénalité greift, ob du etwas anzeigst oder nicht.

Mit dem 17. April 2028 planen

Das ist die EU-Frist aus Art. 22c Abs. 14, bis zu der die Mitgliedstaaten Textil-EPR-Systeme eingerichtet haben müssen. Die französische Pénalité gilt seit dem 1. September 2026, und das Werbeverbot beginnt am 1. Januar 2027.

Denken, die Verpackungsantwort decke die Textilantwort ab

Es sind getrennte Filières mit getrennten IDUs. Zahlungen an Citeo für dein Paket ändern nichts an der TLC-Pflicht für das Hemd darin. Der Länder-Desk beschreibt diese Seite: Frankreich — Verpackungs-EPR.

Quellen

Zuerst französische amtliche Quellen, dann die wirtschaftsrechtliche Lesung, dann die EU-Ebene. Wo eine Zahl auf einer Sekundärquelle oder einem Konsultationsentwurf beruht, steht das im Text.

  1. Ministère de la Transition écologique — „Réduire l'impact environnemental de l'industrie textile : loi du 8 juillet 2026“ Amtlich. Quelle für den Gesetzgebungsverlauf (Einbringung 30. Januar 2024, Schlussabstimmung 24. und 29. Juni 2026, Verkündung 8. Juli 2026, Veröffentlichung im Journal officiel 9. Juli 2026), die Bezeichnung LOI n° 2026-602 du 8 juillet 2026, die Kriterien der Definition, die Pénalité von bis zu 50 % des Preises ab 1. September 2026, das Werbeverbot ab 1. Januar 2027 einschließlich Influencer, die Pflicht zu Rückverfolgbarkeit und Anzeige der Herstellungsorte sowie die Feststellung, dass Ausführungserlasse noch nötig sind
  2. DILA / service-public.fr — „La loi « anti fast-fashion » impose un nouveau cadre de vente“, veröffentlicht am 20. Juli 2026 Amtlich. Die ausführlichste amtliche Zusammenfassung, die wir gefunden haben. Quelle für die zwei kumulativen Kriterien, den Produktumfang (Bekleidungstextilien, Schuhe, neue Haushaltswäsche für Privatpersonen, neue Haustextilien; Gebrauchtware ausgenommen), die Modulation ab 1. September 2026 mit den Beträgen „25 Cent bis 12 Euro in 2026 bis 2,20 Euro und 20 Euro in 2030“, die Deckelung auf 50 % des Nettopreises, den Verlust der Umweltprämien, die Anzeige der Herstellungsorte in Zeichen derselben Größe wie die Preisangabe und in deren Nähe, die begleitenden Botschaften, das Werbeverbot ab 1. Januar 2027, das Verbot des Wortes „gratuit“, das Influencer-Verbot und die Verwaltungsgeldbuße von 100.000 Euro
  3. Ministère de la Transition écologique — „Note relative aux modalités de calcul de la pénalité“ zum arrêté vom 24. August 2026 Amtlich. Vollständig gelesen. Quelle für die beiden Indizes G und R zu je 50 %, die fünf Marktsegmente, die Markenwebsite als Referenzkanal, die Punkte 1.000 / 7.000 / 16.000 Referenzen, den Standardwert von 100.000 Referenzen für Marken, die überwiegend über eine Online-Plattform vertrieben werden, und für Marken ohne identifiant unique, die R1-Regel (100 % unter 33 % des Neupreises, 0 % über 100 %), R2 und den gelabelten Reparaturservice, die KMU-/Kleinstunternehmens-Regel R = R1 und darüber die Formel 0,66 × R1 + 0,33 × R2 sowie die Tabelle der durchschnittlichen Reparaturpreise
  4. Projet d'arrêté modifiant l'arrêté du 23 novembre 2022 (cahiers des charges TLC), öffentliche Konsultation ab 8. Juli 2026 Amtlicher Entwurf, vollständig gelesen. Quelle der Stück-Tabelle auf dieser Seite: der neue Unterabsatz 2.2.3.1 ab dem 1. September 2026, die Bedingung „produit dont le score D est inférieur ou égal à 0,8“, die Beträge für die zwölf Produktarten über 2026–2027, 2028, 2029 und ab 2030 sowie die Formel D = 0,67 + (1,45 − 0,67) × (0,5 × G + 0,5 × R). Konsultationstext, nicht der erlassene Text
  5. ADEME — „Textile : l'ultra fast-fashion pénalisée“, Portal filières REP, veröffentlicht am 15. September 2026 Amtlich. Quelle dafür, dass die Pénalité Teil der Filière TLC ist und die Form einer Modulation des Öko-Beitrags hat, für die Spanne 0,50 bis 12 Euro je Stück (dort für 2027 genannt) und 2 bis 19,50 Euro ab 2030, für die Vergleichszahl eines durchschnittlichen Öko-Beitrags der Filière TLC von 4 Cent im Jahr 2024 (2 bis 20 Cent je Produkt), für die Methodennotiz vom 28. August 2026, den Durabilitätskoeffizienten unter 0,8, den Ausschluss von Haushaltswäsche und Schuhen, die Freiwilligkeit der Umweltanzeige seit dem décret und arrêté vom 1. Oktober 2025 und dafür, dass Refashion seine Skala noch anpassen und die Identifikation der betroffenen Unternehmen festlegen muss
  6. Cabinet Gossement Avocats — „Fast-fashion (mode ultra express) : le Gouvernement prépare l'entrée en vigueur, le 1er septembre 2026, du malus sur les vêtements non durables“, 13. Juli 2026 Wirtschaftsrechtliche Analyse — eine Sekundärquelle, genutzt für das, was sie zum Gesetz berichtet: Artikel 5 des Gesetzes ändert Art. L. 541-10-27; die Jahresspannen 0,25–12 Euro (2026), 0,50–14 Euro (2027), 0,75–16 Euro (2028), 1–18 Euro (2029), 2–20 Euro ab 2030; die Pénalité ist „à valoir sur“ den an den Öko-Organismus gezahlten Beitrag; Produkte mit Pénalité erhalten keine Prämien nach Art. L. 541-10-3; die Öko-Organismen müssen Prämie oder Pénalité auf 50 % des Nettopreises begrenzen. Wir haben das Gesetz nicht auf Légifrance gelesen
  7. Richtlinie (EU) 2025/1892 vom 10. September 2025 zur Änderung der Richtlinie 2008/98/EG über Abfälle — EUR-Lex (ABl. L, 2025/1892, 26.9.2025) Vollständig gelesen. Quelle für Erwägungsgrund 40 zu Ultra-Fast- und Fast-Fashion-Praktiken und der Nutzungsdauer von Produkten, für Art. 22c Abs. 6, der es den Mitgliedstaaten erlaubt, die Modulation der Herstellerbeiträge gegen Ultra-Fast- und Fast-Fashion-Praktiken zu verlangen, und für Art. 22c Abs. 14: Die EPR-Systeme für Textil-, textilnahe und Schuhprodukte müssen bis zum 17. April 2028 eingerichtet sein
  8. KontorBund — Frankreich-Desk, Abschnitt „Textilien sind eine dritte französische Filière“ Unsere eigene Seite, Stand 8. Oktober 2026, zur Verpackungs- und mandataire-Seite desselben Gesetzes — einschließlich Art. L. 541-10-9-1, dem französischen Bevollmächtigten, der durch dieses Gesetz geschaffen wurde und seit 10. Juli 2026 verpflichtend ist

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